9.6.2026.

Das Muster, das jeder Reparaturtechniker erkennt.

Der Kreislauf verläuft meist folgendermaßen: Die Bodenplatte eines Parkhauses, eine Brückenabdeckung oder ein anderes Infrastrukturelement weisen Abplatzungen, Risse und freiliegende, korrodierte Bewehrung auf. Es wird eine Reparatur durchgeführt – der Beton wird entfernt, die Oberfläche gereinigt, Reparaturmörtel aufgetragen und das Bauwerk wieder in Betrieb genommen. Einige Jahre später tritt der Schaden erneut auf. Nicht unbedingt an derselben Stelle. Aber aus derselben Ursache.

Chloridbedingte Korrosion der Stahlbewehrung ist einer der häufigsten und kostspieligsten Schadensmechanismen im Stahlbetonbau. Salz aus Enteisungsmitteln, der Meeresumgebung oder industriellen Prozessen dringt in die Betondeckung ein und erreicht den Stahl. Die Korrosion setzt ein. Die Ausdehnung der Korrosionsprodukte verursacht Zugspannungen im umgebenden Beton, was zu Rissen und Abplatzungen führt. Die Tragfähigkeit verringert sich – manchmal sichtbar, manchmal unsichtbar.

Das Problem ist bekannt. Weniger häufig wird jedoch Folgendes diskutiert: Eine Reparaturmaßnahme, die Stahlarmierungen in dieselbe Schadenszone wieder einbringt, beseitigt nicht den Mechanismus, der den ursprünglichen Schaden verursacht hat. Sie setzt den Kreislauf zurück.

Ein dokumentierter Fall in Deutschland

Im Parkhaus Dammstraße in Ludwigshafen musste eine durch chloridinduzierte Korrosion stark beschädigte Bodenplatte statisch verstärkt werden, ohne die darunterliegenden Parkebenen zu sperren. Ein vollständiger Austausch der oberen Bewehrungsschicht hätte mehrere Ebenen außer Betrieb gesetzt. Dies war für den Betreiber keine akzeptable Lösung.

Die Lösung kombinierte die bewährte Solidian GRID-Kohlenstoffbewehrung mit einem kathodischen Korrosionsschutzsystem zur dauerhaften Sicherung der verbleibenden Stahlbewehrung. In diesem Projekt wurde Solidian GRID erstmals in Deutschland als Zusatzbewehrung zur Verstärkung eines bestehenden Tragwerks eingesetzt.

Nach dem Entfernen der chloridbelasteten Betondeckung wurde eine 4 cm dicke Betonüberdeckung mit bis zu zwei Lagen Solidian GRID Q95-C-EP-s38 aufgebracht. Die Kohlenstoffbewehrung wurde als mit dem kathodischen Korrosionsschutzsystem kompatibel bestätigt. Das Gebäude blieb während der gesamten Bauzeit teilweise in Betrieb.

Das wichtigste Ergebnis war nicht nur die erfolgreiche Durchführung der Reparatur, sondern vor allem die Beseitigung des primären Korrosionsmechanismus im Reparaturgebiet. Kohlenstoffverstärkung reagiert nicht mit Chloriden, Enteisungssalzen oder Sulfaten.

Keine Korrosion der Kohlenstoffverstärkung.

Keine erneute Ausdehnung durch Bewehrungskorrosion in der Reparaturschicht.

Im reparierten Bereich ist keine Wiederholung des ursprünglichen Schadensmusters festzustellen.

Warum dies für den deutschen Markt von Bedeutung ist

Für den deutschen Markt ist der Rechtsrahmen für nichtmetallische Bewehrung in Beton bereits vorhanden. Die Kohlenstoffbewehrung solidian GRID besitzt eine bundesweite allgemeine Baugenehmigung (abZ) und eine allgemeine bautechnische Genehmigung (aBG) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Die Tragwerksplanung und -bewertung erfolgen gemäß der DAfStb-Richtlinie für Betonbauteile mit nichtmetallischer Bewehrung.

Dies ist wichtig, da korrosionsfreie Bewehrung nicht als experimentelle Alternative betrachtet wird. Sie kann innerhalb eines etablierten technischen Rahmens bewertet werden, was Planern, Ingenieuren und Auftraggebern eine klarere Grundlage für die Spezifikation und Projektgenehmigung bietet.

Wenn die strukturelle Verstärkung Teil des Projektumfangs ist, können je nach den spezifischen Anwendungs- und Bewertungsanforderungen auch zugelassene Verstärkungsverfahren wie die CARBOrefit®-Methode relevant sein. Dies eröffnet Planern unterschiedliche technische Wege, je nachdem, ob der Schwerpunkt des Projekts auf Betonreparatur, Risskontrolle, struktureller Verstärkung oder einer Kombination dieser Anforderungen liegt.

In Anwendungsbereichen wie Parkdecks, Brückenbauwerken und chloridbelasteten Betonoberflächen ist dieser Rechtsrahmen besonders relevant. Genau in diesen Umgebungen ist herkömmliche Stahlbewehrung dem größten Korrosionsrisiko ausgesetzt, und Sanierungskonzepte müssen nicht nur nach den anfänglichen Kosten, sondern auch nach Dauerhaftigkeit, Wartungsintervallen und Langzeitleistung bewertet werden.

Solidian GRID DIBt-Zulassung

Das operative Argument

Neben den bautechnischen Erwägungen gibt es ein klares betriebliches Argument. Jeder Reparaturzyklus verursacht direkte Kosten: Material, Arbeitskräfte, Gerüste und der Ausfall der Betriebskapazität während der Arbeiten. Für einen Parkhausbetreiber bedeutet jede geschlossene Ebene Einnahmeverluste. Für eine Brückenbehörde verursacht die Verkehrsumleitung während der Reparaturarbeiten eigene Kosten und Auswirkungen auf die Öffentlichkeit.

Ein Reparaturansatz, der die eigentliche Schadensursache – und nicht nur die sichtbaren Symptome – behebt, reduziert die Häufigkeit zukünftiger Eingriffe. Nicht etwa, weil das Bauwerk wartungsfrei wird, sondern weil der Mechanismus, der den Reparaturbedarf ursprünglich verursacht hat, im reparierten Bereich nicht mehr greift.

Dies ist die technische und betriebswirtschaftliche Logik hinter korrosionsfreier Bewehrung bei der Betonsanierung. Es geht nicht darum, dass ein bestimmtes Produkt einem anderen überlegen ist, sondern darum, welches Problem gelöst werden soll.

Was bei der Spezifizierung zu beachten ist

Für Planer und Ingenieure, die in Deutschland an Betonsanierungs- oder Bauwerksverstärkungsprojekten arbeiten, ist die zentrale Frage nicht nur, welcher Reparaturmörtel oder welches Oberflächenschutzsystem verwendet werden soll. Die Entscheidung für die Verstärkung beeinflusst auch das langfristige Sanierungskonzept.

Bei der Bewertung nichtmetallischer Verstärkungen sind die wichtigsten Punkte die Expositionsbedingungen, die verfügbare Dicke der Reparaturschicht, die erforderliche Rissbreitenkontrolle, die Vorgehensweise bei der Strukturbewertung und die Kompatibilität mit bereits spezifizierten oder geplanten kathodischen Korrosionsschutzsystemen.

Je nach Projekt kann der technische Weg die DAfStb-Richtlinie, die DIBt-Zulassung für Solidian GRID, das CARBOrefit®-Verfahren oder eine Kombination projektspezifischer Bewertungen umfassen. Daher ist eine frühzeitige Abstimmung zwischen Planer, Systemlieferant und Bewehrungshersteller wichtig.

Diese Punkte sollten frühzeitig geklärt werden, bevor das Reparaturkonzept festgelegt wird und bevor die Wahl der Verstärkung lediglich eine Materialsubstitution darstellt.

Empfohlene Dokumente

Für die technische Bewertung und Projektbesprechungen sind die folgenden Dokumente besonders relevant. Zusammen tragen diese Dokumente dazu bei, die Projektargumentation mit Genehmigung, Gestaltungsvorgaben, Anwendungskontext und Langzeitbeständigkeit zu verknüpfen.

Sind Sie bereit, Ihr Projekt zu besprechen?

Um Planer und Ingenieure zu unterstützen, bieten wir ein umfassendes Planungszentrum mit relevanten Dokumenten und einem Tragwerksplanungstool. Wenn Sie Verstärkungsoptionen für ein konkretes Sanierungs- oder Verstärkungsprojekt prüfen, unterstützt Sie unser technisches Team gerne bei der Überprüfung der relevanten Parameter und Dokumentation.

Solidarische Kelteken +49 7431 10 3135 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.