Dass Carbonbewehrung in einer Mörtelschicht Zugspannungen aufnimmt und Risse verteilt, ist das Wirkprinzip (→ Teil 1). Dass diese Wirkung mit Schichtaufbauten ab 30 mm realisierbar ist, ist der konstruktive Vorteil (→ Teil 2). Was für Planer, Ausschreibende und Prüfingenieure ebenso entscheidend ist: Die Leistung lässt sich quantifizieren.
In der Betoninstandsetzung reicht eine qualitative Wirkungsbeschreibung selten aus. Planer müssen gegenüber Bauherren, Betreibern und Prüfingenieuren belegen, dass ein System die gewünschte Funktion auch nachweisbar erfüllt.
solidian ANTICRACK Q85-CCE-21 bietet dafür eine technische Grundlage. Aus Rissöffnungsversuchen von solidian liegt für bekannte Mörtel-Gitter-Kombinationen eine charakteristische Spannungs-Rissöffnungs-Beziehung vor. Diese Kennlinie beschreibt, welche Rissweite sich bei einer bestimmten Bewehrungsspannung im System einstellt.
Damit wird aus einer Wirkungsbeschreibung eine Berechnungsgrundlage.
Die überschlägige Bewertung der Rissbreite für eine bekannte Systemkonfiguration folgt einem strukturierten Ansatz. Als Eingangsgrößen dienen:

Die Nennquerschnittsfläche von solidian ANTICRACK Q85-CCE-21 beträgt 210 mm²/m.
Aus diesen Größen lässt sich die Risskraft bei Rissbildung bestimmen. Daraus ergibt sich die Bewehrungsspannung σnm. Auf Basis der charakteristischen Spannungs-Rissöffnungs-Beziehung kann die zugehörige Rissweite w abgelesen werden.
Modellgrenze: Die Berechnung betrachtet die Instandsetzungsschicht als diskrete, eigenständige Schicht – ohne Mitwirkung der Haftung zum Bestandsuntergrund. Der Verbund zwischen Reprofilierungsmörtel und Altbeton fließt nicht in die Abschätzung ein, da nach aktuellem Kenntnisstand kein geeignetes Berechnungsmodell für diese Interaktion vorliegt. Die Abschätzung liefert damit eine konservative Planungsgrundlage, die den realen Systemzustand auf der sicheren Seite abbildet.
Planungsgrundlagen, Auswertediagramme und Berechnungsbeispiele für bekannte Systemkonfigurationen stellt solidian auf Anfrage zur Verfügung.
Für Sachkundige Planer und Tragwerksplaner bedeutet das: Die Rissbreitenbegrenzung ist nicht mehr nur eine allgemeine Systemaussage – sie ist eine planbar belegbare Größe.
In der Ausschreibung können anforderungsgerechte Rissweiten definiert werden. In der Ausführung ist die Einhaltung über die gewählte Systemkonfiguration nachvollziehbar. Das ist besonders relevant, wenn nachfolgende Beschichtungen eine definierte Rissüberbrückungsfähigkeit aufweisen – und diese Fähigkeit durch die Mörtelschicht nicht überschritten werden soll.
Die Rissbreitenabschätzung liefert die Grundlage, um Instandsetzungskonzepte systemseitig zu belegen und mit Betreibern und Bauherren sachlich zu kommunizieren.
Kontrollierte Rissbreiten verlängern die Standzeit nachfolgender Beschichtungssysteme. Eine Beschichtung auf einer rissarmen, mechanisch stabilen Mörtelschicht ist weniger exponiert als eine auf einer ungeplant gerissenen Fläche.
Hinzu kommt die Korrosionsfreiheit der Carbonbewehrung selbst:
Die vom Hersteller angegebene Materialbeständigkeit des Carbongitters liegt bei über 100 Jahren. Das ist nicht nur ein Werkstoffargument – es ist ein Systemargument für Instandsetzungen mit langer geplanter Funktionsdauer.
Planbare Rissbreiten führen zu planbaren Standzeiten. Planbare Standzeiten führen zu kalkulierbaren Instandhaltungskosten. Für Betreiber von Parkdecks, Infrastruktur und Industrieflächen bedeutet das:
Das Korrosionsfreiheit des Systems schließt korrosionsbedingte Schäden durch die Bewehrung selbst dauerhaft aus – ein Faktor, der bei der Planung von Instandsetzungen mit langer Funktionsdauer unmittelbar in die Bewertung der Lebenszykluskosten einfließt.
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Merkmal |
Wert |
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Bewehrungstyp |
Symmetrisch, bidirektional (Typ Q) |
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Nennquerschnittsfläche |
210 mm²/m |
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Eigengewicht |
< 1 kg/m² |
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Systemschichtdicke |
ab 30 mm möglich |
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Korrosionsbeständigkeit |
Absolut sicher gegen Chloride und Karbonatisierung |
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Materialbeständigkeit |
Über 100 Jahre (Herstellerangabe) |
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Rollenabdeckung |
Bis zu 260 m² pro Einheit |
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Lieferformen |
Einzelgitter 6,0 m × 2,30 m; Rollenware bis 115 m × 2,30 m |
solidian ANTICRACK Q85-CCE-21 leistet drei Dinge gleichzeitig: Es erklärt sein Wirkprinzip nachvollziehbar (→ Teil 1), ermöglicht dünne Schichtaufbauten ohne Kompromisse beim Korrosionsschutz (→ Teil 2), und liefert eine Grundlage für die quantifizierbare Rissbreitenabschätzung (Teil 3).
Das macht es zu einem System, das nicht nur auf der Baustelle funktioniert – sondern auch in der Planung, in der Ausschreibung und in der Argumentation gegenüber Betreibern und Bauherren standhält.